Die Kathedrale von Skálholt

Das heutige Skálholt mit seiner Kathedrale bietet dem Besucher weit mehr als Geschichte. Es ist ein Ort des christlichen Glaubens, der Kunst und Musik, aber auch ein Ort der Ruhe und Besinnung.

Der Bau der Kathedrale begann 1956. Sieben Jahre später, 1963, wurde sie geweiht. Vor Beginn der Bauarbeiten wurden archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Die Erwartungen an die Resultate dieser Grabungen waren sehr hoch, zumal man etliche Berichte über die Bischöfe des Mittelalters kannte. Zum Beispiel existieren Aufzeichnungen über Páll Jónsson (1195-1211 im Amt), der in einem Steinsarkophag beerdigt worden sei. Im August 1954 stiess ein junges Mitglied des Grabungsteams auf einen Stein von unnatürlichem Aussehen, welcher sich als Steinsarkophag herausstellte und tatsächlich das Skelett eines Bischofs enthielt. Der Sarkophag befindet sich heute in der Krypta der Kathedrale, wo ebenfalls ein Tunnel aus dem 13. Jahrhundert zu besichtigen ist.

Die Kathedrale ist mit 25 Buntglasfenstern der Künstlerin Gerður Helgadóttir ausgestattet. Die Fensterbilder zeigen in sehr abstrakter Weise christliche Symbolik und einige der mittelalterlichen Bischöfe von Skálholt.

Das Altarbild stammt von einer weiteren isländischen Künstlerin, Nína Tryggvadóttir. Es stellt Christus dar, der durch die auseinanderbrechende Mauer in die Kirche tritt. Im Hintergrund ist die Landschaft Südislands zu erkennen.

Diese zeitgenössischen Werke in der Kathedrale von Skálholt zählen zu den bedeutendsten der isländischen Kunst des 20. Jahrhunderts.

Im weiteren befinden sich in der Kirche auch einige Gegenstände aus der Kathedrale von Brynjólfur Sveinsson, welche 1650 geweiht wurde. Ein markantes Beispiel ist die Predigerkanzel.

Bau und Einrichtung der heutigen Kathedrale wurden teilweise durch Spenden von den skandinavischen Ländern finanziert. Darunter befinden sich sakrale Instrumente, die Glocken und die Orgel.